Au in de Rundi chasch a´ecke - Hürus Kai vo de Sägi


  Vorstellung von Hürus Kai - 04.01.2018 - 09:45  
 

Hürus Kai vo de Sägi – Zeller Fasnachtsregent 2018

 

Er war schon einmal beim Umzug auf der Hürusburg. Das war 1983. Damals war er als kleiner Pimpf bei seinem Vater Hürus Ferdi vom Pfaffenberg mit dabei, als die Hürusburg von einem Pferdegespann durch Zell gezogen wurde. Jetzt steht er selbst ganz oben auf seiner Burg: Hürus Kai vo de Sägi ist der Fasnachtsregent 2018 und im Jubiläumsjahr der 50. Hürus von Zell.

Kai Kiefer ist Fasnächtler solange er sich zurück erinnern kann. Ein herausragendes und prägendes Ereignis für ihn war sicher als er im Alter von fünf Jahren miterleben durfte, als sein Vater Hürus war. Heute ist der gebürtige Pfaffenberger Kai Kiefer 40 Jahre alt und lebt mit seiner Frau Sandra und seinen Töchtern Jana (8 Jahre) und Mia (5 Jahre) im Sunneland „An der Säge“. Daher kommt auch sein offizieller Name: Hürus Kai vo de Sägi.

Mit dem Fasnachtsmachen begonnen hat Kai Kiefer auf dem Pfaffenberg zu einem Zeitpunkt, als die Bergler vom Geistigen Hügel nur alle zwei Jahre am Zeller Umzug teilnahmen. Das war seinem Vater und ihm zu wenig. Deshalb machte er einfach, in den pfaffenbergerlosen Jahren bei den Grönländern mit. Von 1995 bis 2005, also exakt 10 Jahre, war er aktives Schrätteli, um dann in den Folgejahren mit einer „wilden Gruppe“ Fasnacht zu machen. Im Jahr 2010 wechselte er zur Narrenzunft Atzenbach. Ein Schritt, an dem seine Frau Sandra wohl nicht ganz unbeteiligt war, denn die Atzenbacherin war dort als Beeriwiib aktiv. Inzwischen sind auch seine Töchter kleine Beeriwiiber. In Atzenbach, so Kai Kiefer, hat er nun als Zunftrat seine fasnächtliche Heimat gefunden. Er genießt es, dass er dort gemeinsam mit seiner Familie Fasnacht machen kann. Aber in diesem Jahr ist für Familie Kiefer alles anders als bisher. Den Vater Kai ist Hürus und aus den kleinen Beeriwiiber Jana und Mia werden für ein Jahr selbstverständlich kleine Hüruspagen.

Bei der Narrenzunft Atzenbach ist seit dem Ölfte Ölfte ohnehin der Ausnahmezustand ausgebrochen. Oberzunftmeisterin und Vögtin Nicole Laile war beim Einmarsch von Hürus Kai so außer sich vor Glück, weil einer ihrer Zunfträte Hürus geworden ist, dass sich mancher fast schon Sorgen um ihre Gesundheit machte. Für die Atzenbacher ist es selbstverständlich, dass sie „ihrem“ Hürus die Fahne stellen. Allerdings erheben auch die Fasnächtler vom Pfaffenberg gewisse Ansprüche an „ihren“ Hürus. Dieses Problem wurde fasnächtlich-diplomatisch allerdings bereits gelöst: Die Fahne kommt von Atzenbach, der Fahnenmast vom Pfaffenberg. Dass die Hürusfahne schlussendlich auf dem Gebiet der Vogtei Sunneland aufgestellt wird, dürfte keine Schwierigkeiten ergeben. Denn als 1995 Kai zu den Schrätteli kam, bat sein Vater und ehemaliger Hürus Ferdi das damalige Schrätteli Lutz Hochstatter darum, er solle über Fasnacht auf seinen Sohn aufpassen. Da ein Versprechen, dass man einem Hürus gibt, niemals gebrochen wird, gilt dies bis heute. Inzwischen ist das damalige Schrätteli Lutz Hochstatter Vogt der Vogtei Sunneland. Deshalb darf sich Hürus Kai nun an der Sägi mitten im Sunneland völlig sicher und wohlbehütet fühlen.

In seinem bürgerlichen Leben ist Kai Kiefer Berufschullehrer an der Gewerbeschule Lörrach. Der Feinwerkmechaniker-Meister unterrichtet dort seit 2005 Auszubildende in Metallberufen. Bereits seit 30 Jahren ist Kai Kiefer bei der Schützengesellschaft Zell aktiver Bogenschütze und schießt mit seiner Mannschaft in der Regionalliga – immerhin die dritthöchste deutsche Liga. Körperlich fit hält sich Kai Kiefer durch Radfahren. So pendelt er zwischen Zell und seinem Arbeitsplatz in Lörrach, zumindest in den Sommermonaten, mit dem Fahrrad hin und her. Die beim Bogenschießen wichtigen Eigenschaften wie Ruhe, Präzision und Konzentration werden ihm als Hürus sicherlich zugute kommen. Denn die Fülle von Aufgaben, die ihn jetzt erwarten, erfordern eine gewissenhafte Vorbereitung. Bei den 70 geplanten öffentlichen Auftritten ist sicherlich auch Konzentration notwendig. Seine Gelassenheit wiederum wird ihm genügend Spielraum für spontane fasnächtliche Ideen geben. Seinen ersten offiziellen Auftritt nach dem Ölfte Ölfte wird Hürus Kai am 12. Januar 2018 haben, wenn er die Fotoausstellung „Des sin mir – Gesichter der Zeller Fasnacht“ in der Sparkasse eröffnen wird. Gleich am nächsten Tag geht es dann, neben dem Chappeobe der Vogtei Paradies, in die „fasnächtliche Heimat“ Atzenbach, wo er beim Bunten Abend der Atzenbacher Narrenzunft sehnlichst erwartet wird.

 

Text: Uli Merkle

Foto: Gabi Decker



  Kommentar schreiben  
 
 
 
435053