Grönland

1897 gegründet ist das “Grönland” die älteste Zeller Fasnachtsvogtei.

Doch wie entstand die Talvogtei Grönland?
Für die Zeller Landwirte war das Gebiet zwischen dem heutigen Gasthaus zum Wilden Mann, dem Eichwald, dem Jegglisgraben, dem Leisenberg, der Gemarkungsgrenze zu Atzenbach und der Wiese das sogenannte “Grünland”. Die Bebauung im Grünland war spärlich, ganze zehn Häuser. Eine Seilerei, ein Ziegelhaus und ab 1881 eine Fabrik, die Florett-Seidenspinnerei, die später noch drei große Laborantenhäuser ins Grönland stellte. 1897 setzten sich die Grünländer zusammen und gründeten eine Fastnachtsgemeinde. Wohl war ihnen zum einen der Weg ins Städtli zu weit, zum anderen wollte man sich von den bürgerlichen Vereinen, die die Fasnacht im Städtli hauptsächlich organisierten, abgrenzen. Die Grünländer waren vornehmlich Fabrikler und kleine Handwerker, die mit den bürgerlichen Institutionen, wie zum Beispiel den beiden Lesegesellschaften, nichts zu tun haben wollten. 1921 wurde Linus Motsch zum Bürgermeister der Grünländer gewählt. In seine Amtszeit fällt der Wandel des Namens Grünland in Grönland. Bereits 1948 veranstalteten die Grönländer, trotz Verbot durch die französische Besatzung, einen eigenen Umzug, die sogenannte “Verbotene Fasnacht”. Mit Prinz Max, alias Max Klinke, kürten sie sogar einen eigenen Fasnachtsregenten.

Seit 1981 nennen die Grönländer stolz die “Seilerburg”  ihr Eigen. Dabei handelt es sich um die ehemalige Seilerbahn der Seilerei Vogel, die die Grönländer in einem verwahrlosten Zustand erwarben und in Eigenarbeit zu einem schmucken Vereinsheim mit integriertem Wagebauschopf ausbauten.
Seit 2011 leitet Talvogt Jürgen Sprich die Geschicke der Vogtei.

Textauszüge aus Uli Merkles Buch “so sin mir”